NIKON Z9 ERFAHRUNGSBERICHT

September 14, 2022  •  Leave a Comment

GOD_5913_02-bGOD_5913_02-b Als im Herbst 2021 die neue spiegellose Nikon Z9 vorgestellt wurde, zögerte ich mit der sofortigen Bestellung, obwohl Presse und erste User bereits in den höchstenTönen vom neuen Flaggschiff schwärmten. Jahrelang war ich mit den D3/4s/5 rundum zufrieden. Hinzu kamen fantastische Objektive wie das 105 mm 1:1.4, das 200 mm 1:2.0 und das 400 mm 1:2.8. Im Januar 2022 erhielt ich dann für ein paar Tage von GraphicArt eine Z9 mit dem Z 50 mm 1:1.2 S Objektiv. Untertdessen habe ich mit meiner eigenen Z9 mehr als 30'000 Fotos gemacht. Meine (hohen) Erwartungen wurden dabei deutlich übertroffen. Aber der Reihe nach: 

  1. Ergonomie und Bedienung
    Die Umstellung von der D5 auf die Z9 erfolgte intuitiv und nach wenigen Stunden fühlte ich mich wie eh und je zuhause. Die Z9 ist etwas leichter als die D5/6 aber mit 1'331 g nach wie vor ein echter Brocken. Gut so! Als meine Tochter für die Olympischen Jugendspiele 2020 als Young Reporter engagiert war, konnte ich ihre Sony kurz ausprobiern. Ihr Mentor Nick Didlick war soeben vom Nikon zum Sony Ambassador "mutiert" und so mit ihm auch die gesamte Young Reporter Crew. Trotz Batteriegriff lag mir die Sony nicht wirklich gut in der Hand. Nikon hatte den Wechsel von der Spiegelreflex zur Spiegellosen Kamera zögerlicher als Sony angehen lassen. Ähnlich wie der Wechsel von der D2xs zur ersten Nikon Vollformat Kamera D3  im November 2007 liess sich Nikon auch jetzt etwas mehr Zeit als die Konkurrenz, landete aber mit der Z9 dafür einen echten Coup!
  2. Sucher ohne Blackout für Echtzeitansicht
    Die D5 machte bereits 10 Bilder pro Sekunde in voller Auflöung im NEF Format. Ich nützte diese Seriengeschwindigkeit jedoch kaum aus, denn in der schnellen Serie konnte ich das Objekt nicht mehr optimal verfolgen. Ganz anders ist es bei der Z9. Selbst bei den maximal 120 Bildern pro Sekunde habe ich immer ein glasklares Bild und ich kann mich ungestört 
    auf das Geschehen konzentrieren.
  3. Farbwiedergabe und Weissabgleich
    Da ich bei meinen Fotos eine realitätsnahe Anmutung mit minimaler Nachbearbeitung anstrebe, bin ich mit den NEF Rohdateien der Z9 glücklich. Ich muss auch bei den schwierigsten Lichtbedinungen (Unihockey in einer Halle mit rötlichem Boden) kaum noch Korrekturen vornehmen. Auch bei den Hauttönen sind die Ergebnisse top.
  4. Objektive
    Bei der Spiegelreflexkamera verwendete ich nur Festbrennweiten, wobei nebst den bereits erwähnten Ojektiven auch das
     19 mm Tilt Shift zu meinen Lieblingen gehörte. Nun, seit ich das NIKKOR Z 50 mm 1:1,2 S verwende, eröffnen sich Bild für Bild  neue Faszinationen, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Darum verlinke ich dir die Beschreibung von Nikon. Zudem verwende ich die ebenfalls hervorragdenden NIKKOR Z 70-200 mm 1:2.8 S Telezoom (mit Konverter 1.4x) sowie das Weitwinkelobjektiv NIKKOR Z 24 mm 1:1.8 S. Nikon hat mit dem  Z-Bajonett einen grossen Durchmesser von 55 Millimetern und ein kleines Auflagemass von lediglich 16 Millimetern gewählt. Dadurch scheint Nikon einen konstruktiven Vorteil gegenüber der direkten Konkurrenz zu haben.
  5. Autofokus
    Beeindruckend, einfach nur beeindruckend! Ich habe v.a. den 3-D Autofokus mit der Motiverekennung genutzt. Bei Motrrädern, Autos und bei Hunden funktionierte er praktisch fehlerfrei. Im PDF Hundefotografie siehst du, wie er beim Auge greift und nicht bei der kontrastreicheren Nase des Hundes. Auf dem Titelfoto und im 100% Crop siehst du, wie der Autofokus sich an der Autonummer festkrallt, die sich am Ende der Serie ganz am linken Rande befindet. Bei der Spiegelreflex ist dieser Bereich gar nicht mehr abgedeckt. Das ergibt nun neue Möglichkeiten der Gestaltung. Man muss es ja nicht so extrem wie auf diesem Foto einsetzen, welches ich lediglich zu Demonstrationszwecken zeige. Die Einstellmöglichkeiten sind im Vergleich zur D5/6 deutlich mehr geworden und es braucht etwas Erfahrung, bis man die optimalen Einstellungen findet. Noch kann es passieren, dass ich dem Autofokus nicht ganz traue und intuitiv wie bis anhin mit dem Objekt mitziehe. Völlig zu Unrecht, denn wie bereits erwähnt, der Autofolus krallt sich unerbärmlich am Objekt fest!
  6. Auflösung von 45,7 Millionen Pixel
    Mehr Details und grössere Reserven beim Zuschneiden des Bildausschnittes schätze ich. So kann ich gerade mit dem Zoomobjektiv etwas mehr Platz am Rande lassen und anschliessend bei Bedarf den Ausschnitt korrigieren. Ich habe dann immer noch genügend Pixel Reserven.
  7. Iso Bereich
    Wer mit Kodachrome 64 fotografiert hat, fühlt sich mit den ISO 64 der Z9 zuhause. Normalerweise gehe ich nicht über ISO 10'000. Das Rauschen ist bis IS0 6400 kaum sichtbar und auch bei ISO 10'000 nicht störend. Schwierige Aufnahmen die ich für Herzenbsbilder in der Intensiv Pflegestation gemacht habe, sehen deutlich natürlicher aus als mit der D5 und auch die Nachbearbeitung fiel geringer aus.
  8. Lautlos, aber 100%!
    Du kennst sicher die Situtation im Theater, wo es mäuschenstill ist und jedes Klicken negative Blicke oder sogar Konsequenzen seitens des Auftraggebers  zur Folge hätte? Nun, mit der Z9 ist diese Anspannung endgültig vorbei, denn geräuschlos ist geräuschlos.
  9. Sensorschutz
    Die Z9 hat nur noch mehr einen elektronischen Verschluss. Ein Verschluss ist lediglich zum Schutz des Sensors eingebaut. Er verschliesst sich automatisch beim Wechsel des Objektivs.
  10. Und und und...
    GPS, Videofunktion in 8K, WiFi und andere Features weiss ich zu schätzen, waren aber beim Kauf der Z9 nicht entscheidend.


    Weitere Berichte folgen. Stay tuned!


Bildbeispiel 100% Crop mit 3-D Autofokus, der sich an der Autonummer festkrallt, auch wenn sich diese am Rande befindet.

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